Asien im Frühling

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Zinnbarone und Hoteliers

Die Insel Phuket liegt vor der Westküste Südthailands, nicht weit von Burma im Nordwesten und der malayischen Halbinsel im Süden. Historisch war diese Gegend mit der Strasse von Malacca, dem Schiffsweg nach China und Japan, notorisch piratenverseucht. Ein Captain Francis Light versuchte im 17. Jahrhundert, Abhilfe zu schaffen. Er verhandelte für die britische Regierung parallel und im Geheimen mit dem Königreich von Siam den Kauf von Phuket und mit einem malayischem Sultan über den Kauf der weiter südlich gelegenen Insel Penang. Die Wahl fiel auf Penang, wo eine britische Handels- und Militärbasis errichtet wurde: die Keimzelle der späteren britischen Kronkolonie Malaysia. 

Phuket und Thailand blieben unabhängig bis heute, und Phuket entwickelte sich zur wohlhabendsten Provinz des siamesischen Königreichs.

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Phuket verfügt über große Zinnvorkommen. Das Zinnerz musste in den vom Meer freigespülten Adern nur eingesammelt werden, und konnte dann zur Bronzeherstellung verkauft werden. 

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Der grosse Boom begann 1810 mit der Erfindung der Konservendose. Die Konservendose wird aus Weissblech hergestellt, dünn gewalztem, mit Zinn als Rostschutz beschichtetem Stahlblech. Der explodierenden Nachfrage auf dem Weltmarkt wurde mit der Anlage von Minen und dem Untertagebau durch chinesische Gastarbeiter begegnet. Die soziale Situation der chinesischen Minenarbeiter war katastrophal und das Verhältnis zu einheimischen Bevölkerung auf das äußerste angespannt.

Tempelhexe 
(Fetisch aus einem chinesischen Tempel) 

Es kam zu Aufständen und Übergriffen der Minenarbeiter auf Bauern und Fischer, die schliesslich unter Führung eines tatkräftigen buddhistischen Abts niedergeschlagen wurden. Dem Abt ist heute der wichtigste Tempel der Insel, Wat Chalong, gewidmet. 

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Die Zinnbarone ließen sich im Osten nieder, in der heutigen Hauptstadt Phuket City, einem aparten, von Verkehrsproblemen geplagten Städtchen. Hier ein Blick in die frühere Herbertstrasse von Phuket - man beachte die roten Laternen! 

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Die Etablissements dieser Strasse sind aber (bis auf eins!), nicht mehr in Betrieb, sondern von Galerien und Cafés vertrieben worden. Genau wie die Zinnminen: In den letzten dreissig Jahren hat der Tourismus den Zinnanbau als Haupteinnahmequelle Phukets abgelöst, die Hoteliers sind die neuen Zinnbarone.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 16.03.10 um 13:07 in Geschichte, Phuket, Thailand | Permalink | TrackBack (0)

Türkische Kirschen

Aus dem antiken ost-türkischen Ort Cerasos stammt die Kirsche (lateinisch cerasum), die dort bereits 800 v. Chr. kultiviert wurde. Bis heute ist die Türkei weltgrößter Produzent von Kirschen (deutlich vor den USA), und Sauerkirschsaft genießt den Status eines Nationalgetränks.

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Die wegen ihrer Blüten (Sakura) berühmten japanischen Kirschbäume tragen keine eßbaren Kirschfrüchte.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 22.07.09 um 20:03 in Essen, Türkei | Permalink | TrackBack (0)

Istanbul

Istanbul blickt auf mehrere tausend Jahre Geschichte zurück, darunter - unter dem Namen Konstantinopel - viele hundert Jahre als Hauptstadt des ost-römischen (byzantinischen) Reichs und anschließend, nach der Eroberung durch die Türken 1453, des Osmanischen Reichs.

Dank ihrer einzigartigen Vergangenheit ist die Stadt verwöhnt mit Sehenswürdigkeiten, wie der Hagia Sophia...
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und unzähligen Moscheen, hier der Innenhof der berühmten blauen Moschee:

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So ist es nicht verwunderlich, daß die Stadt am Bosphorus, der Meerenge, die Mittelmeer und Schwarzes Meer verbindet und die Grenze zwischen Asien und Europa demarkiert, von vielen Touristen heimgesucht wird, deren liebstes Einfallstor das Kreuzfahrtschiff ist:

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Bis zu 6 Kreuzfahrtschiffe ankern täglich in Istanbul. Rechnet man 2.000 Passagiere pro Schiff, die alle eine Tagestour unternehmen und per Reisebus zu den Hauptsehenswürdigkeiten verfrachtet werden, kommt man bei 50 Touristen pro Bus auf mehr als 200 Reisebusse, die sich täglich auf dem Weg zu mehreren Stationen durch die Gäßchen von Istanbuls Altstadt quälen müssen. Eine logistische Meisterleistung!

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Die Reisegrüppchen laufen in die Sehenswürdigkeiten ein wie die Nationalmannschaften bei der Eröffnung der olympischen Spiele. Die nicht-organisierten Benutzer werden dagegen, wie vielerorts, von mit offiziell aussehenden Ausweisen behängten privaten, selten kompetenten Führern belagert. Eine Halbtürkin verpaßte einem dieser Führer eine herbe Abfuhr mit: "I explain the Hagia Sophia to my mother, you teach her Turkish!". Eine schwere Kränkung, die der türkische Macho nicht verkraftet. 

Abseits der Hauptsehenswürdigkeiten, wie hier in der uralten Sergius-und-Bacchus-Kirche, erbaut von 526 bis 537, ist nur wenig los:

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Verfasst von Frank Felix Debatin am 22.07.09 um 19:54 in Istanbul, Sehenswürdigkeiten, Türkei | Permalink | TrackBack (0)

Madras

Die südindische Großstadt Madras hat sich vor einigen Jahren in Chennai umbenannt, um ihre lokale Identität zu stärken und sich vom prägenden britischen Kolonialerbe zu emanzipieren. Dieses Erbe ist überall im Stadtbild von Madras präsent, in den unzähligen Alleen und Prachtbauten im "indosarazenischen" Stil wie dem oberste Gerichtshof:

Madrashighcourt

oder diesem Kaufhaus in der früheren Mount Road:

Madrasmountroad

Die drolligen Zwiebeldächer und Minarette des indosarazenische Baustil sind ein Versuch, den integrativen Charakter der britischen Kolonialpräsenz hervorzuheben, oder anders ausgedrückt, den Aspekt der Fremdherrschaft zu kaschieren.

Unter den indischen Großstädten liegt Chennai (hinter Neu-Delhi und vor Bangalore und Bombay) auf Platz 2, was den Lebensstandard angeht. So finden sich einige verträumte Ecken zwischen den mit Autos, Autorikschas und Bussen überfüllten Straßen:

Madrasfortyard

Es gibt hier eine uralte christliche Religionsgemeinschaft, die direkt auf den Apostel Thomas zurückgeht, der im 1. Jahrhundert in Südindien, zunächst an der Westküste, später hier an der Ostküste missionierte. Ihm ist die große St-Thomas-Kathedrale gewidmet:

Madrasstthome

Die katholische Kirche versuchte im 16. und 17. Jahrhundert eine Art feindliche Übernahme der Thomaschristen-Gemeinde, nachdem diese sich im 9. Jahrhundert der syrischen Kirche angeschlossen hatte. Die Übernahme scheiterte, und man ist sich bis heute nachtragend. Papst Benedikt bezweifelt die Gründung der Gemeinde durch Apostel Thomas, obwohl alle Fakten dafür sprechen. Laut Überlieferung wurde Thomas auf einem kleinen Hügel am Rande der Stadt hingerichtet, angeblich weil er die Frau des hiesigen Herrschers missioniert hatte. Auf dem nach ihm benannten Hügel steht heute eine kleine portugiesische Kirche, die von vielen christlichen und auch hinduistischen oder gar ungläubigen Pilgern besucht wird.

Stthomemount  

Verfasst von Frank Felix Debatin am 23.07.07 um 19:45 in Indien, Madras, Sehenswürdigkeiten, Tamil Nadu | Permalink | TrackBack (0)

Curry, indisch

Der Ausdruck "Curry" kommt vom tamilischen Wort Kari, das allgemein ein Hauptgericht mit Reis bezeichnet. In Tamil Nadu an der indischen Südostküste ißt man meist vegetarisch, aber auch gerne Coastal Curries: Fishcurries mit rotbrauner, pikanter, schwerer Tamarinden-Sauce. Der Fisch wird vom Catch of the Day ausgewählt:

Fishmenu

Als Beilage wird das Fladenbrot Naan serviert, gelbe und schwarze Linsen (Dal), verschiedene Pickles (scharf eingelegte Gemüse),

Pickles

Coriander Chutney (mit etwas Kokosnuß und Zitrone), hier links auf der Selektion vom Frühstücksbüffet:

Breakfast

Oben in der Mitte der von mir besonders geschätzte indische Kartoffelsalat mit Zwiebeln, Linsen und Senfkörnern.

Das bei uns bekannte gelbe Curry-Gewürz ist ein Export-Artikel, und in Indien selbst nicht gängig:

Curry powder, also known as masala powder, is a spice mixture of widely varying composition developed by the British during the Raj [der Kolonialherrschaft] as a means of approximating the taste of Indian cuisine at home (Wikipedia).

Verfasst von Frank Felix Debatin am 23.07.07 um 09:41 in Essen, Indien, Tamil Nadu | Permalink | TrackBack (0)

Die Schule der Architekten

Neben der antiken Bildhauerschule gibt es in Mamallapuram auch eine "Schule der Architekten". Fünf Rathas stehen hier, im 7. Jahrhundert aus rohem Fels gehauen, jeder in einem anderen Stil. Sie sind nicht begehbar, sondern massiv und dienten als architektonische Vorlage für unzählige Tempelbauten in Südindien.

Fiverathas

In der Antike hatte Südindien umfangreiche Handelsbeziehungen mit dem römischen Reich. Bereits zur Zeit des Augustus fuhren jedes Jahr 120 Schiffe durchs rote Meer und dann mit dem Sommermonsunwind in 40 Tagen von Afrika nach Indien. Der römische Einfluß hat sich bis in unsere Zeit in der hiesigen Architektur erhalten, wie man unschwer an diesem Haus eines reichen tamilischen Kaufmanns, erbaut im Jahr 1895, erkennen kann.

Tamilhouse

Die arme Bevölkerung wohnt dagegen bis heute in einfachen Hütten:

Tamilhuts

Verfasst von Frank Felix Debatin am 22.07.07 um 12:12 in Geschichte, Indien, Mamallapuram, Sehenswürdigkeiten, Tamil Nadu | Permalink | TrackBack (0)

Bei den Reptilien

"Big Four" werden die vier gefährlichen Giftschlangen genannt, auf die der Großteil der 20-50.000 jährlichen Todesfälle durch Schlangenbisse in Indien zurückgehen: die Kettenviper, die Sandrasselotter, die Krait und die Kobra. Nach dem 1972 die Schlangenjagd durch ein neues Tierschutzgesetz verboten wurde, standen viele der Jäger vor dem Ruin.

Eine neue Perspektive bekamen sie durch die Mitwirkung bei der Produktion von Gegengiften: sie fangen Schlangen, liefern sie gegen eine Prämie in einer Schlangenfarm ab, wo die Schlangen "gemolken" (also ihr Gift abgenommen bekommen) und anschließend wieder im Wald ausgesetzt werden. Das folgende Bild ist aus einer großen Schlangenfarm 40 km südlich von Chennai (Madras). Jeder Topf enthält eine Schlange, auf dem Tisch räkeln sich eine Viper und eine Kobra.

Snakefarm

Das gewonne Gift wird in kleinen Mengen Pferden oder Schafen injiziert, die Antikörper produzieren. Diese Antikörper werden in einem aufwendigen Prozeß aus ihrem Blut extrahiert und als Gegengift den lokalen Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Bei einem Kobrabiß sollte die Behandlung mit Gegengift spätens nach 4 Stunden, bei der Viper spätestens nach einer Stunde erfolgen.

Neben der hiesigen Schlangenfarm ist eine große Krokodilzucht angesiedelt, die viele der in Indien vom Aussterben bedrohten Krokodilarten beherbergt.

Crocodiles

Sehen sie auch noch so unsympathisch aus, man soll sie nicht mit Steinen bewerfen!

Crocodiles2

Stattdessen darf man ihre Babys auf den Arm nehmen.

Felixbabycroc

Verfasst von Frank Felix Debatin am 18.07.07 um 18:36 in Indien, Natur, Tamil Nadu | Permalink | TrackBack (0)

In den Hindu-Heiligtümern

Als Besucher eines südindischen Hindu-Tempels...

Thirukkalukundramtemple2

... erhält man zuerst eine Schnelleinführung in das Pantheon der Hindu-Götter. Diese lautet (in der hiesigen Interpretation) wie folgt: Die drei großen Götter sind Brahma (Schöpfer), Shiva (Zerstörer des Bösen) und Vishnu (Beschützer). Ihre Frauen sind Saraswati, Parvati und Lakshmi. Shiva und Parvati haben zwei Söhne, Ganesh (mit dem Elefantenkopf) und Murugan. Shivas Reittier ist der Bulle Nandi. Vishnu hatte 10 Inkarnationen, darunter Rama und Krishna.

Brahma wird wenig verehrt, angeblich, weil er sich bei einem Wettbewerb mit Shiva und Vishnu um die "Krone des höchsten Gottes" nicht korrekt verhalten hat. Die meisten Tempel sind Shiva gewidmet, wie auch der älteste Tempel Kanchipurams Kailashanata, in dem dieses Bild Shivas erhalten ist (8. Jahrhundert):

Kailashanatadrawing

In Indien ist die Bandbreite menschlichen Verhaltens besonders groß. Man findet extreme Aufdringlichkeit neben außerordentlicher Schüchternheit, und so fort. Das gilt insbesondere für all die Priester, Gurus und heiligen Männer.

Dieser gerissene Jünger Shivas veranstaltet ein buntes Spektakel mit Zaubersprüchen, Segnungen und Pülverchen, um anschließend reichlich würdelos ein üppiges Honorar einzufordern:

Ekambareshvarapriest

Dagegen bekommt man von dem älteren Herrn unten eine kompetente und ausführliche Führung durch den kleinen Vishnu-Altars des Tempels Varadharaja Perumal, einschließlich Erläuterung aller zehn Vishnu-Inkarnationen. Seit 40 Jahren begleitet er Besucher aus aller Welt durch den Altar und steht für ein Foto zur Verfügung: "My picture in many houses from Germany to Japan". Jetzt auch in einem Blog!

Varadarajapriest

Verfasst von Frank Felix Debatin am 17.07.07 um 19:11 in Indien, Kanchipuram, Sehenswürdigkeiten, Tamil Nadu, Tradition | Permalink | TrackBack (0)

Auf dem Weg nach Kanchipuram

In Südindien werden die sogenannten dravidischen Sprachen gesprochen. Der Dialekt an der Südostküste heißt Tamil. Das nordindische Hindi ist verpönt. Wie Finnisch und Ungarisch ist Tamil eine agglutinierende Sprache, in der ein Wortstamm mit vielen Silben "verziert" wird, von denen jede eine sprachliche Dimension wie Person oder Zeit festlegt. So entstehen Wortungetüme wie Thirukkalukundram: Dahinter verbirgt sich ein sympathisches Städtchen auf dem Weg nach der heiligen Stadt Kanchipuram, mit belebten Straßen und Tempeln:

Thirukkalukundramtemple

Am Straßenrand steht eine fahrbare Pagode (für Feste und Prozessionen):

Processionvehicle

Es geht weiter vorbei an einer Zuckerfabrik, die über ein angeschlossenen "Biomass"-Kraftwerk verfügt, wo die Zuckerrohr-Abfälle in Elektrizität umgewandelt werden (vermutlich durch Verbrennung). Die Zuckerrohrtransporte ...

Sugartransport

... verlieren unterwegs wesentliche Teile ihrer Ladung, den jeder, der an ihnen vorbeikommt, deckt spontan seinen Eigenbedarf.

Die goldene Stadt Kanchipuram erreichte ihre Glanzzeit im 4.-9. Jahrhundert nach Chr. als Hauptstadt der Pallava-Dynastie. Im 5. Jahrhundert brach der streitbare Mönch Bodhidharma von hier nach Kanton in China auf, um den Buddhismus zu verbreiten, der in seinem Ursprungsland Indien heute weit weniger Anhänger hat als das Christentum. (Vielleicht hat Bodidharma bereits damals gespürt, daß seine Lehre sich hier nicht durchsetzen wird.) Einer der mächtigen Pallava-Könige, fotografiert im Ekambaranatha-Tempel:

Ekambareshvaraking

Kanchipuram ist nicht nur eine der der sieben heiligen Städte Indiens, sondern auch die unumstrittene Hauptstadt der Seidenherstellung. Dabei wird modernste mit traditioneller Technologie kombiniert. Die Muster entstehen am PC, der Schablonen generiert und stanzt, die am Webstuhl eingesetzt werden.

Silkweaving

Um die wertvollsten Saris herzustellen, wird feine Seide mit Goldfäden verwoben. Diese beiden Damen beraten gerne bei der Auswahl!

Silkselling

Verfasst von Frank Felix Debatin am 16.07.07 um 19:32 in Indien, Kanchipuram, Sprache, Straßen, Tamil Nadu | Permalink | TrackBack (0)

Der Tsunami und die Sieben Pagoden

Uralte Legenden erzählen, daß in Mamallapuram sieben Pagoden standen, aber: the god Indra became jealous of this earthly city, and sank it during a great storm, leaving only the Shore Temple above water  (Wikipedia). Jener Tempel ...

Shoretemple

... ist heute Weltkulturerbe, aber von den anderen sechs Pagoden gab es keine Spur, so daß die alte Legende von den sieben Pagoden von Archäologen in das Reich der Fabel verwiesen wurde - obwohl die Einheimischen darauf bestanden, that at least some of the other temples can be seen “glittering beneath the waves” from fishing boats (Wikipedia).

Bei dem großen Tsunami 2004 geschah nun das Wunder: Zwischen den drei großen Wellen des Tsunamis war der Ozean bis auf den Grund vom Wasser freigelegt, und die Augenzeugen trauten ihren Augen nicht: Some structures and rocks, perhaps the components a of a complex [...]  came into view when the sea initially receded from the shoreline before the waves hit back with brute force on December 26, according to accounts provided by eyewitnesses today. But these objects were promptly submerged when the waves came back. (The Hindu, 29.12.2004)

Obwohl die Tempelüberreste sofort wieder in den Wellen verschwanden, hatte der Tsunami die Unterwasser-Ruinen gründlich vom Sand frei gespült. Wir fahren mit einem Fischerboot bei starken Wellengang zu den Ruinen, und tatsächlich - sie tauchen regelmäßig in der Gischt zwischen den Wellen auf!

Verfasst von Frank Felix Debatin am 16.07.07 um 10:00 in Indien, Mamallapuram, Sehenswürdigkeiten, Tamil Nadu, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Die Schule der Bildhauer

Ein großes Felsengelände in Mamallapuram - hier ein Blick auf den prominenten "Krishna's Butterball" ...

Butterball

... diente im 7. und 8. Jahrhundert als Schule für den Bildhauernachwuchs. Unzählige Treppen, Säulen, Kammern, Brunnen, kleine Tempel und Reliefs wurden direkt in den Fels gehauen:

Mamalla4

Das berühmteste ist das 27m x 9m große Relief, das später den Titel "Descent of the Ganges" erhalten hat:

Mamalla1

Vor Ort wirkt es, als wäre es von den Meistern der Schule als Demonstration ihres Könnens und Werbung für die Schule angelegt werden. Heute herrscht auf dem Gelände reger touristischer Betrieb. Ost trifft West ...

Mamalla2

... und die Tierwelt guckt zu.

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Verfasst von Frank Felix Debatin am 15.07.07 um 13:33 in Indien, Mamallapuram, Menschen, Sehenswürdigkeiten, Tamil Nadu | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Mamallapuram

Sechzig Kilometer südlich der indischen Großstadt Chennai (früher Madras), am Ozean, liegt die Kleinstadt Mamallapuram, mit ihren kleinen Gäßchen...

Mamallapuram1

und Lädchen, die als Zielgruppe häufig westliche Touristinnen anpeilen.

Mamallapuram4

Mamallapuram ist ein beliebtes Ausflugsziel der streßgeplagten Großstädter aus Chennai und besitzt ein Unesco-Weltkulturerbe, den berühmten Shore Temple (mehr dazu später). Aus einem Fenster des Tempels heraus halte ich eine bewegte Rede an die Schüler der siebten Klasse einer Schule in Chennai.

Mamallapuram2

Verfasst von Frank Felix Debatin am 14.07.07 um 15:59 in Indien, Mamallapuram, Menschen, Straßen, Tamil Nadu | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Badeurlaub, indisch

Das Bad spielt eine wichtige Rolle in der indischen Kultur: in den Wasserreservoirs der Tempel  ...

Watertank

...und natürlich das rituelle Bad im Ganges. Hindus werfen im Fluß Wasser der aufgehenden Sonne entgegen.

Nur Guru Nanak wandte sich in die verkehrte Richtung, und warf das Wasser ans Land!

"Bist du ein Hindu oder ein Muslim?" fragten die erstaunten Badenden. "Ich bin ein Hindu", antwortete Guru Nanak. - "Aber wenn du ein Hindu bist, wem wirfst du dann das Wasser zu?" - "Wem werft ihr das Wasser zu?" fragte Guru Nanak. - "Unseren Vorvätern!" - "Wo sind eure Vorväter?" - "Im Himmel!". Guru Nanak warf mit kräftigen Bewegung Wasser ans Land: "Ich habe zu Haus ein großes Feld, dessen Getreide bereits verdorrt. Ich wässere mein Feld." - "Aber das nützt doch nichts auf diese Weise." - "Liebe Freunde", sagte Guru Nanak, "wenn mein Wasser das Feld nicht erreichen kann, wie könnt ihr dann glauben, daß euer Wasser den Himmel erreicht?". Die Badenden sahen sich an und sagten: "Brüder, dies ist kein gewöhnlicher Mensch. Er muß ein großer Mann sein."

Guru Nanak war der spätere Gründer der Sikh-Religion, deren Anhänger weit weg von hier im nordindischen Punjab leben. Allerdings kam Guru Nanak auf seiner zweiten großen Reise nach Sri Lanka auch durch Tamil Nadu (Land der Tamilen), dem südöstlichsten Bundesstaat, und war vielleicht hier im indischen Ozean baden.

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Die Lust am Baden ist den Indern bestimmt nicht verloren gegangen. Man zeigt dabei aber möglichst wenig nackte Haut.

Beach3

Der Ozean hat eine starke Strömung, daher ist Schwimmen sehr gefährlich. Ein Schild verweist darauf, daß in den letzten Jahren mehr als 200 Menschen an diesem Strand ertrunken sind (unter Ausklammerung des großen Tsunami des Jahres 2004, der in diesem Bundesstaat über 7000 Menschen das Leben gekostet hat).

Auch die heiligen Kühe nehmen am Strandleben teil. Sie sitzen zwischen den Fischerbooten, die nach dem Tsunami von der Caritas gestiftet wurden und die Aufschrift "Catholic Relief Services" tragen.

Beach4

Verfasst von Frank Felix Debatin am 13.07.07 um 13:27 in Indien, Menschen, Tamil Nadu, Tradition | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

Durch Guangzhou

Von den Kantonesen heißt es: Außer Möbeln essen sie alles, was vier Beine hat. Außer Flugzeugen essen sie alles, was fliegt. Und frisch muß es sein. Bei vielen Restaurants wählt man nicht von der Speisekarte, sondern direkt aus den am Eingang aufgebauten Kübeln und Eimern mit lebendem Getier. Der Qingping-Markt, direkt am Festlandufer gegenüber der Insel Shamian, ist traditionell der Einkaufsort für diese Delikatessen.

Qingping01

Er galt bis vor kurzem als der blutigste Markt der Welt. Nachdem er als Ursprungsort der tödlichen Lungenkrankheit SARS identifiziert wurde (deren Virus von Fledermäusen stammt und über die hier verkauften Zibetkatzen auf den Menschen übertragen wurden), erließen die chinesischen Gesundheitsbehörden massive Beschränkungen für den Verkauf und die Schlachtung von Wildtieren. Heute geht es in den vielen engen Gassen des Marktes fast gesittet zu.

Qingping02

Das Wetter in Kanton ist regnerisch ...

Canton6

... auf meinem Weg durch die alten Sträßchen ...

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... und Fußgängerzonen ...

Canton3

... in die moderne Stadt. Diese liegt weiter im Osten und zeigt das bekannte Antlitz aller chinesischen Großstädte: glitzernde Büropaläste, Baustelle um Baustelle, westliche Fast-Food-Ketten. Gegen McDonalds wurde gerade - stellvertretend für hunderte anderer in- und ausländischer Firmen - ein Verfahren wegen Verletzung des Mindestlohns eröffnet. Dieser beträgt hier 7,5 Yuan = 0,75 Euro in der Stunde. Bei der Bewertung ist die um ein vielfaches höhere Kaufkraft zu berücksichtigen. Ein U-Bahn-Ticket kostet 3 Yuan und DVD-Player gibt es ab 130 Yuan. Nur Wohnungen sind teuer und die Quadratmeterpreise mit denen in deutschen Großstädte vergleichbar.

Seit 1. Januar diesen Jahres ist die Benutzung von Mopeds und Motorrädern in Guangzhou verboten. Die Anzahl von Verkehrsunfällen soll dadurch deutlich zurückgegangen sein.

Heute geht es zurück nach Europa. Tschüß und vielen Dank fürs Lesen!

Verfasst von Frank Felix Debatin am 12.04.07 um 09:26 in China, Essen, Guangzhou, Kanton, Märkte | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Die Insel Shamian

Vor Guangzhou, im Perlfluß, liegt die kleine, von europäischen Kaufleuten im Kolonialstil bebaute Insel Shamian. Sie hat in ihrer Längsrichtung gerade einmal drei, von schönen alten Bäumen gesäumte Straßen.

Shamian1

Ursprünglich mußten sich die Europäer auf der Insel niederlassen, da sie das chinesische Festland nicht betreten durften. Sie erwarben hier Seide, Porzellan, Tee und andere Waren von den kantonesischen Händlern. Das einzige Produkt, das sie erfolgreich nach China absetzten, war Opium. Nachdem China den Opiumhandel verbot (nicht aus Sorge um die Gesundheit seiner Bürger, sondern mit Blick auf seine Staatsfinanzen und Handelsbilanz), kam es 1839 zum Krieg mit England - dem Opiumkrieg, den England gewann.

Unter den umgekehrten Machtverhältnissen war es den Chinesen jetzt verboten, die Insel zu betreten, die hauptsächlich von Engländern - hier die englische Kirche auf der Westhälfte ...

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... und Franzosen bewohnt wurde - die französische Kirche auf der Osthälfte:

Shamianfrench

Vier Brücken verbinden Shamian mit dem Festland. Das Bild zeigt zwei dieser Brücken (links und rechts) bei Nacht.

Shamiannightbridge

Die Gebäude sind teilweise restauriert. Links die ehemalige britische Botschaft, rechts eine Privatresidenz.

Shamiannight1

Heute gibt es Hotels, Restaurants, Schulen und eine außerordentliche exotische Erscheinung: dicke amerikanische Ehepaare, die ihre frisch adoptierten chinesischen Waisenkinder im Kinderwagen herumkutschieren und für sie in einem der darauf spezialisierten Läden einkaufen.

Shamianorphanshop

Das scheint hier schon länger Brauch zu sein, denn der reichlich merkwürdige Anblick wurde bereits in Bronze verewigt.

Shamianbronze

Tatsächlich schmeichelt das Kunstwerk, denn die meisten der Amerikanerinnen sind noch weitaus dicker.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 11.04.07 um 18:02 in China, Geschichte, Guangzhou, Kanton, Sehenswürdigkeiten | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

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