Von den Kantonesen heißt es: Außer Möbeln essen sie alles, was vier Beine hat. Außer Flugzeugen essen sie alles, was fliegt. Und frisch muß es sein. Bei vielen Restaurants wählt man nicht von der Speisekarte, sondern direkt aus den am Eingang aufgebauten Kübeln und Eimern mit lebendem Getier. Der Qingping-Markt, direkt am Festlandufer gegenüber der Insel Shamian, ist traditionell der Einkaufsort für diese Delikatessen.
Er galt bis vor kurzem als der blutigste Markt der Welt. Nachdem er als Ursprungsort der tödlichen Lungenkrankheit SARS identifiziert wurde (deren Virus von Fledermäusen stammt und über die hier verkauften Zibetkatzen auf den Menschen übertragen wurden), erließen die chinesischen Gesundheitsbehörden massive Beschränkungen für den Verkauf und die Schlachtung von Wildtieren. Heute geht es in den vielen engen Gassen des Marktes fast gesittet zu.
Das Wetter in Kanton ist regnerisch ...
... auf meinem Weg durch die alten Sträßchen ...
... und Fußgängerzonen ...
... in die moderne Stadt. Diese liegt weiter im Osten und zeigt das bekannte Antlitz aller chinesischen Großstädte: glitzernde Büropaläste, Baustelle um Baustelle, westliche Fast-Food-Ketten. Gegen McDonalds wurde gerade - stellvertretend für hunderte anderer in- und ausländischer Firmen - ein Verfahren wegen Verletzung des Mindestlohns eröffnet. Dieser beträgt hier 7,5 Yuan = 0,75 Euro in der Stunde. Bei der Bewertung ist die um ein vielfaches höhere Kaufkraft zu berücksichtigen. Ein U-Bahn-Ticket kostet 3 Yuan und DVD-Player gibt es ab 130 Yuan. Nur Wohnungen sind teuer und die Quadratmeterpreise mit denen in deutschen Großstädte vergleichbar.
Seit 1. Januar diesen Jahres ist die Benutzung von Mopeds und Motorrädern in Guangzhou verboten. Die Anzahl von Verkehrsunfällen soll dadurch deutlich zurückgegangen sein.
Heute geht es zurück nach Europa. Tschüß und vielen Dank fürs Lesen!




