In Südindien werden die sogenannten dravidischen Sprachen gesprochen. Der Dialekt an der Südostküste heißt Tamil. Das nordindische Hindi ist verpönt. Wie Finnisch und Ungarisch ist Tamil eine agglutinierende Sprache, in der ein Wortstamm mit vielen Silben "verziert" wird, von denen jede eine sprachliche Dimension wie Person oder Zeit festlegt. So entstehen Wortungetüme wie Thirukkalukundram: Dahinter verbirgt sich ein sympathisches Städtchen auf dem Weg nach der heiligen Stadt Kanchipuram, mit belebten Straßen und Tempeln:
Am Straßenrand steht eine fahrbare Pagode (für Feste und Prozessionen):
Es geht weiter vorbei an einer Zuckerfabrik, die über ein angeschlossenen "Biomass"-Kraftwerk verfügt, wo die Zuckerrohr-Abfälle in Elektrizität umgewandelt werden (vermutlich durch Verbrennung). Die Zuckerrohrtransporte ...
... verlieren unterwegs wesentliche Teile ihrer Ladung, den jeder, der an ihnen vorbeikommt, deckt spontan seinen Eigenbedarf.
Die goldene Stadt Kanchipuram erreichte ihre Glanzzeit im 4.-9. Jahrhundert nach Chr. als Hauptstadt der Pallava-Dynastie. Im 5. Jahrhundert brach der streitbare Mönch Bodhidharma von hier nach Kanton in China auf, um den Buddhismus zu verbreiten, der in seinem Ursprungsland Indien heute weit weniger Anhänger hat als das Christentum. (Vielleicht hat Bodidharma bereits damals gespürt, daß seine Lehre sich hier nicht durchsetzen wird.) Einer der mächtigen Pallava-Könige, fotografiert im Ekambaranatha-Tempel:
Kanchipuram ist nicht nur eine der der sieben heiligen Städte Indiens, sondern auch die unumstrittene Hauptstadt der Seidenherstellung. Dabei wird modernste mit traditioneller Technologie kombiniert. Die Muster entstehen am PC, der Schablonen generiert und stanzt, die am Webstuhl eingesetzt werden.
Um die wertvollsten Saris herzustellen, wird feine Seide mit Goldfäden verwoben. Diese beiden Damen beraten gerne bei der Auswahl!
