"Big Four" werden die vier gefährlichen Giftschlangen genannt, auf die der Großteil der 20-50.000 jährlichen Todesfälle durch Schlangenbisse in Indien zurückgehen: die Kettenviper, die Sandrasselotter, die Krait und die Kobra. Nach dem 1972 die Schlangenjagd durch ein neues Tierschutzgesetz verboten wurde, standen viele der Jäger vor dem Ruin.
Eine neue Perspektive bekamen sie durch die Mitwirkung bei der Produktion von Gegengiften: sie fangen Schlangen, liefern sie gegen eine Prämie in einer Schlangenfarm ab, wo die Schlangen "gemolken" (also ihr Gift abgenommen bekommen) und anschließend wieder im Wald ausgesetzt werden. Das folgende Bild ist aus einer großen Schlangenfarm 40 km südlich von Chennai (Madras). Jeder Topf enthält eine Schlange, auf dem Tisch räkeln sich eine Viper und eine Kobra.
Das gewonne Gift wird in kleinen Mengen Pferden oder Schafen injiziert, die Antikörper produzieren. Diese Antikörper werden in einem aufwendigen Prozeß aus ihrem Blut extrahiert und als Gegengift den lokalen Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Bei einem Kobrabiß sollte die Behandlung mit Gegengift spätens nach 4 Stunden, bei der Viper spätestens nach einer Stunde erfolgen.
Neben der hiesigen Schlangenfarm ist eine große Krokodilzucht angesiedelt, die viele der in Indien vom Aussterben bedrohten Krokodilarten beherbergt.
Sehen sie auch noch so unsympathisch aus, man soll sie nicht mit Steinen bewerfen!
Stattdessen darf man ihre Babys auf den Arm nehmen.