Die Insel Phuket liegt vor der Westküste Südthailands, nicht weit von Burma im Nordwesten und der malayischen Halbinsel im Süden. Historisch war diese Gegend mit der Strasse von Malacca, dem Schiffsweg nach China und Japan, notorisch piratenverseucht. Ein Captain Francis Light versuchte im 17. Jahrhundert, Abhilfe zu schaffen. Er verhandelte für die britische Regierung gleichzeitig mit dem Königreich von Siam über den Kauf von Phuket und mit einem malayischem Sultan über den Kauf der weiter südlich gelegenen Insel Penang. Die Wahl fiel auf Penang, wo eine britische Handels- und Militärbasis errichtet wurde: die Keimzelle der späteren britischen Kronkolonie Malaysia.
Phuket und Thailand blieben bis heute unabhängig, und Phuket entwickelte sich zur wohlhabendsten Provinz des siamesischen Königreichs.
Phuket verfügt über große Zinnvorkommen. Das Zinnerz musste in den vom Meer freigespülten Adern nur eingesammelt werden, und konnte dann zur Bronzeherstellung verkauft werden.
Der grosse Boom begann 1810 mit der Erfindung der Konservendose. Die Konservendose wird aus Weissblech hergestellt, dünn gewalztem, mit Zinn als Rostschutz beschichtetem Stahlblech. Der explodierenden Nachfrage auf dem Weltmarkt wurde mit der Anlage von Minen und dem Untertagebau durch chinesische Gastarbeiter begegnet. Die soziale Situation der chinesischen Minenarbeiter war katastrophal und das Verhältnis zu einheimischen Bevölkerung auf das äußerste angespannt.
Es kam zu Aufständen und Übergriffen der Minenarbeiter auf Bauern und Fischer, die schliesslich unter Führung eines tatkräftigen buddhistischen Abts niedergeschlagen wurden. Dem Abt ist heute der wichtigste Tempel der Insel, Wat Chalong, gewidmet.
Die Zinnbarone ließen sich im Osten nieder, in der heutigen Hauptstadt Phuket City, einem aparten, von Verkehrsproblemen geplagten Städtchen. Hier ein Blick in die frühere Herbertstrasse von Phuket - man beachte die roten Laternen!
Die Etablissements dieser Strasse sind aber (bis auf eins!) nicht mehr in Betrieb, sondern von Galerien und Cafés vertrieben worden. Genau wie die Zinnminen: In den letzten dreissig Jahren hat der Tourismus den Zinnanbau als Haupteinnahmequelle Phukets abgelöst, die Hoteliers sind die neuen Zinnbarone.