Asien im Frühling

Die Schule der Bildhauer

Ein großes Felsengelände in Mamallapuram - hier ein Blick auf den prominenten "Krishna's Butterball" ...

Butterball

... diente im 7. und 8. Jahrhundert als Schule für den Bildhauernachwuchs. Unzählige Treppen, Säulen, Kammern, Brunnen, kleine Tempel und Reliefs wurden direkt in den Fels gehauen:

Mamalla4

Das berühmteste ist das 27m x 9m große Relief, das später den Titel "Descent of the Ganges" erhalten hat:

Mamalla1

Vor Ort wirkt es, als wäre es von den Meistern der Schule als Demonstration ihres Könnens und Werbung für die Schule angelegt werden. Heute herrscht auf dem Gelände reger touristischer Betrieb. Ost trifft West ...

Mamalla2

... und die Tierwelt guckt zu.

Mamalla3

Verfasst von Frank Felix Debatin am 15.07.07 um 13:33 in Indien, Mamallapuram, Menschen, Sehenswürdigkeiten, Tamil Nadu | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Mamallapuram

Sechzig Kilometer südlich der indischen Großstadt Chennai (früher Madras), am Ozean, liegt die Kleinstadt Mamallapuram, mit ihren kleinen Gäßchen...

Mamallapuram1

und Lädchen, die als Zielgruppe häufig westliche Touristinnen anpeilen.

Mamallapuram4

Mamallapuram ist ein beliebtes Ausflugsziel der streßgeplagten Großstädter aus Chennai und besitzt ein Unesco-Weltkulturerbe, den berühmten Shore Temple (mehr dazu später). Aus einem Fenster des Tempels heraus halte ich eine bewegte Rede an die Schüler der siebten Klasse einer Schule in Chennai.

Mamallapuram2

Verfasst von Frank Felix Debatin am 14.07.07 um 15:59 in Indien, Mamallapuram, Menschen, Straßen, Tamil Nadu | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Badeurlaub, indisch

Das Bad spielt eine wichtige Rolle in der indischen Kultur: in den Wasserreservoirs der Tempel  ...

Watertank

...und natürlich das rituelle Bad im Ganges. Hindus werfen im Fluß Wasser der aufgehenden Sonne entgegen.

Nur Guru Nanak wandte sich in die verkehrte Richtung, und warf das Wasser ans Land!

"Bist du ein Hindu oder ein Muslim?" fragten die erstaunten Badenden. "Ich bin ein Hindu", antwortete Guru Nanak. - "Aber wenn du ein Hindu bist, wem wirfst du dann das Wasser zu?" - "Wem werft ihr das Wasser zu?" fragte Guru Nanak. - "Unseren Vorvätern!" - "Wo sind eure Vorväter?" - "Im Himmel!". Guru Nanak warf mit kräftigen Bewegung Wasser ans Land: "Ich habe zu Haus ein großes Feld, dessen Getreide bereits verdorrt. Ich wässere mein Feld." - "Aber das nützt doch nichts auf diese Weise." - "Liebe Freunde", sagte Guru Nanak, "wenn mein Wasser das Feld nicht erreichen kann, wie könnt ihr dann glauben, daß euer Wasser den Himmel erreicht?". Die Badenden sahen sich an und sagten: "Brüder, dies ist kein gewöhnlicher Mensch. Er muß ein großer Mann sein."

Guru Nanak war der spätere Gründer der Sikh-Religion, deren Anhänger weit weg von hier im nordindischen Punjab leben. Allerdings kam Guru Nanak auf seiner zweiten großen Reise nach Sri Lanka auch durch Tamil Nadu (Land der Tamilen), dem südöstlichsten Bundesstaat, und war vielleicht hier im indischen Ozean baden.

Beach2

Die Lust am Baden ist den Indern bestimmt nicht verloren gegangen. Man zeigt dabei aber möglichst wenig nackte Haut.

Beach3

Der Ozean hat eine starke Strömung, daher ist Schwimmen sehr gefährlich. Ein Schild verweist darauf, daß in den letzten Jahren mehr als 200 Menschen an diesem Strand ertrunken sind (unter Ausklammerung des großen Tsunami des Jahres 2004, der in diesem Bundesstaat über 7000 Menschen das Leben gekostet hat).

Auch die heiligen Kühe nehmen am Strandleben teil. Sie sitzen zwischen den Fischerbooten, die nach dem Tsunami von der Caritas gestiftet wurden und die Aufschrift "Catholic Relief Services" tragen.

Beach4

Verfasst von Frank Felix Debatin am 13.07.07 um 13:27 in Indien, Menschen, Tamil Nadu, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Hochzeit auf Kantonesisch

Hochzeiten in China verbinden alte chinesische Tradition mit westlichen Bräuchen. Die geschmückte Wagenkolonne fährt die Hochzeitsgesellschaft zum feierlichen Bankett:

Hochzeit1

Jeder Gast wird dort vom Brautpaar begrüßt und überreicht ein Geschenk, meistens ein kleiner roter Umschlag mit Geld. Dann heißt es Essen und Feiern. Außerdem müssen natürlich Fotos gemacht werden.

Hochzeit2

Auch wenn es so aussieht: der Bräutigam wurde nicht angekettet.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 09.04.07 um 13:25 in China, Guangzhou, Kanton, Menschen, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Die Tempelstätten von Angkor

In Angkor bei Siem Reap liegen die größten Tempel der Welt. Sie wurden von den Königen des Khmer-Reichs errichtet. Das im 12. Jahrhundert entstandene Angkor Wat ist 65 Meter hoch. Es wirkt nicht gerade wie eine religiöse Kultstätte, da es klar unter militärischen Gesichtspunkten angelegt wurde.

Angkorwat

Auch innen ist die Ausstrahlung alles andere als besinnlich. Schwimmbäder sind mit Apsara-Reliefs geschmückt:

Angkorapsaras

Die heutigen Nachfolgerinnen der Tänzerinnen:

Siemreapgirls

Der Tempel Ta Prohm wurde von den französischen Archäologen in dem Zustand belassen, in dem er gefunden wurde - von Bäumen überwuchert. Hier wurde der Film "Tomb Raider" gedreht.

Angkortree

Der gewaltigen Bayon-Tempel...

Angkorbayon

...und ein kleiner namenloser Tempel, vor dem friedlich Kühe grasen.

Angkorcows

Verfasst von Frank Felix Debatin am 01.04.07 um 07:30 in Kambodscha, Menschen, Sehenswürdigkeiten | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

Auf dem Tonlé Sap

Der Tonlé Sap ist ein riesiger See, der Kambodscha beherrscht. In der Trockenzeit bis April mißt er etwa 2.500 Quadratkilometer (=Saarland), und über einen Fluß strömt sein Wasser in den Mekong. In der Regenzeit kehrt sich die Strömungsrichtung des Flusses um, und das Wasser des Mekongs fließt in den Tonlé Sap, der sich dann bis auf 20.000 Quadratkilometer (=Rheinland Pfalz) ausdehnt und drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Kambodschas überdeckt.

Obwohl die Anwohner des Sees ihre Häuser auf Stelzen bauen, müssen sie während der Regenzeit in die Berge umziehen. Ihr Haus nehmen sie dann einfach mit.

Tonlesaphouse

Mit dem Boot auf einem der Zubringerflüsse zum See. Ein Junge befreit das Ruder vom Tang.

Tonlesapboatboy

Das Wasser des Sees ist mit Lehm gesättigt und eines der fischreichsten der Welt.

Tonlesapchannel

Es gibt auch Krokodilfarmen.

Tonlesapcrocos

Statt regelmäßig umzuziehen, kann man gleich ganz auf dem See leben. Hier existieren ganze Städte, die "Floating Villages". Ein Familienboot:

Tonlesapfloatinghouse

Auf dem Wasser gibt es Schulen, Märkte, Polizeistationen, Billardsalons, Souvenirshops, einfache und luxuriöse Restaurants:

Tonlesaprestaurant1

und auch die Wahlpropaganda ist wieder unterwegs.

Tonlesappartyboat

Eine Besuchergruppe wohlhabender älterer Kambodschaner (vermutlich aus dem Ausland) wedelt mit zentimeterdicken Geldscheinbündeln und verteilt voll Freude das Geld an bettelnde Kinder.

Tonlesapchildren

Verfasst von Frank Felix Debatin am 31.03.07 um 05:06 in Kambodscha, Menschen, Natur | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Kambodscha

Nach Bürgerkriegen und dem grausigen Regime der "Roten Khmer" hat Kambodscha, das Land der Khmer, erst seit 14 Jahren Frieden und ist noch immer bitterarm. Überall kann man Opfer von Landminen sehen, denen die Beine amputiert wurden. Heute ist Kambodscha eine politisch keineswegs reif wirkende, konstitutionelle Monarchie. König Norodom Sihamoni arbeitete während seines Exils in Paris als Ballettlehrer und Filmregisseur.

In ein paar Wochen sind Wahlen, und Wahlkampf-Lastwagen mit fahnenschwenkenden Parteigängern lärmen durch die Gassen von Siem Reap. Die Stadt Siem Reap liegt nördlich des riesigen, mysteriösen Tonlé-Sap-Sees, in der Nähe der Tempelstätten von Angkor. Berichte dazu folgen!

Siemreap

Das Mädchen Nao verkauft Reiseführer und Bücher über die Geschichte Kambodschas.

Siemreapnao

Verfasst von Frank Felix Debatin am 30.03.07 um 19:02 in Kambodscha, Menschen, Straßen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Menschen in Hanoi

Die hiesigen Vietnamesen sind vornehm und reserviert. Gegrüßt wird selten.

Die jungen vietnamesischen Männer sind melancholisch und hadern mit ihrem Schicksal. Ich glaube, es gibt viele Ingenieurstudenten, die sich eher zum Künstler berufen fühlen und ihr Studium nur mit Widerwillen betreiben. Ihre Zeit scheinen sie auf dem Moped und im Biergarten zu verbringen, während die Frauen arbeiten (und das gilt auch auf dem Land). Früh übt sich:

Beide Geschlechter sind leicht eingeschnappt. Typisch ist der folgende Dialog: Kellner bringt die Getränkekarte, Gast fragt: "Do you also serve food?" - Kellner murmelt etwas, sagt "No." - Gast hakt nach: "We are looking for something to eat." - Kellner ärgerlich: "YES, I KNOW! I will bring you menu AFTER serving drinks!".

(Das Bild zeigt nicht diesen Kellner, sondern das freundliche Team vom Art Café.)

Frauen sind aufgeschlossener. Die skeptische Dame links ist 12, die beiden aufgeweckten Gören sind 7 und können sich mit mir gut auf Englisch verständigen.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 25.03.07 um 18:04 in Hanoi, Menschen, Vietnam | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Besakih

Während die Prozession ihren Weg zum Besakih-Tempel nimmt, erzähle ich nebenher über die balinesische Kultur und Geschichte.

Die Welt der Balinesen ist die Insel Bali. Alles darüberhinaus, ob Java, Indonesien oder Asien, gehört nicht zu dieser Welt. Es sind schlichtweg andere, fremde Welten.

Bali ist etwas mehr als doppelt so groß wie das Saarland und mit über 3 Millionen Einwohnern sehr dicht besiedelt. Im Landesinneren Balis liegen aktive Vulkane. Der höchste Vulkan der Insel ist der 3000 Meter hohe Mount Agung, an dem der heiligste aller Tempel, der Tempel von Besakih, liegt. Das Gebirge und die Höhe ist die Sphäre der guten Götter, wohingegen das Meer die Dämonen und bösen Geister beherbergt (die Balinesen meiden den Strand und können meistens nicht schwimmen).

Dazwischen, in der Mitte, liegt die Sphäre der Menschen.

Die Kultur Balis ist keinesfalls homogen, ganz im Gegenteil. Jede Dorfgemeinschaft hat eigene Gesetze und Rituale. Viele Dörfer in den Bergen gehen noch auf die vorhinduistische Zeit zurück, und die Klassen ihrer archaische Feudalgesellschaft sind bis heute nicht vollständig in das hinduistische Kastensystem integriert.

Von der archaischen Gesellschaft wird berichtet, daß sie kannibalistische Praktiken kannte. Folgende Geschichte ist überliefert. Ein Dorf opferte und verspeiste seine alten Männer regelmäßig bis eines Tages keine alten Männer mehr dort lebten. Als nun der Dorfrat zusammenkam, um den Wiederaufbau eines von einem Erdbeben zerstörten Tempels zu diskutieren, stellte man fest, daß die alten Männer bereits schöne Holzpfeiler für den Tempel hergestellt hatten.

Nun ist aber religiöse Pflicht, daß der Holzpfeiler vertikal so aufgestellt wird, wie der Baum gewachsen ist, von dem das Holz stammt. Aber keiner konnte sagen, wie man an den Pfeilern feststellen kann, wo oben und wo unten ist.

Nach langem Schweigen trat schließlich ein junger Mann vor und sagte, er habe eine Lösung, bestehe aber darauf, daß von jetzt an nie wieder alte Männer geopfert und verspeist werden. Der Dorfrat willigte ein. Der junge Mann führte sie daraufhin zu einer Hütte, in der er seinen Großvater vor den Opferungen versteckt hatte, und der Großvater konnte den Dorfbewohnern zeigen, wie herum sie die Pfeiler aufstellen müssen.

Die ältesten Bauten des Tempels gehen auf das 8. Jahrhundert nach Christus zurück. Der Hinduismus selbst ist etwa 100 v.Chr. nach Bali gekommen.

Die Statuen neben der Treppe stammen aus dem 10. Jahrhundert.

Als um 1500 die Muslims Java und das dortige Königreich Majapahit überrannten, floh die Hindu-Elite, die Fürsten, Priester, mit Handwerkern, Künstern und Musikern nach Bali. Bali ist gut geschützt und schwer zugänglich vom Meer, da es keine natürlichen Häfen besitzt, sondern nur hohe Kliffs und sehr flach abfallende Strände. Dazu kommen stark ausgeprägte Gezeiten. Der erste Hafen wurde von den Holländern angelegt, und bis heute sind die hiesigen Fischer Muslims.

Die Holländer versuchten Mitte des 19. Jahrhundert Kontrolle über Bali zu erlangen, verzweifelten aber am erbitterten Widerstand der Bevölkerung, so daß Bali halbwegs autonom blieb. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Bali Teil Indonesiens.

Im Besakih-Tempel werden die hinduistischen Gottheiten Brahma, Shiva und Vishnu verehrt. Man findet dort aber weder Statuen noch Bilder der Götter.

Auch das T-Shirt des Mädchen zeigt keineswegs die drei Hindu-Gottheiten!

Nun sind wir endlich im Hof des Tempels bei der Zeremonie angelangt. Unter dem kleinen Dach sieht man den "Assistenzpriester", der das Ritual vollzieht.

Die Tempel sind aus schwarzem, feinporösem Vulkangestein und Holz gebaut und mit dunklen Kokosfasern gedeckt. Kokosfasern halten bis zu 50 Jahre, während die helleren Dächern aus Bambusfasern bereits nach zehn Jahren erneuert werden müssen.

Ein abschließender Blick über die Dächer des Besakih-Tempels.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 05.05.05 um 15:02 in Bali, Geschichte, Indonesien, Menschen, Reflexionen, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Nächtliche Zeremonie

Im kleinen Haupttempel des balinesischen Dorfs findet eine nächtliche Zeremonie statt. Die Teilnehmer warten bereits gespannt. Man beachte die Hand des Trägers der dunklen Maske: lange, weiße, spitze Finger...

Zu den hypnotischen Klängen der Gongs, Flöten und Trommeln des Gamelan-Orchesters tanzen die Götter ...

... und stampfen die bösen Geister, murmeln und schreien ...

... der böse Geist bedroht erfolglos die magische Kreatur barong,   ...

... und wird von ihr vertrieben. Männer in Trance betreten den Platz, die in ekstatischen Bewegungen sich mit Holzschwerten (kris) zum Schein erdolchen.

Unter den Besuchern sind auch kleine Kinder - sie spielen sogar im Gamelan-Orchester mit -, die sich bei der Vorstellung der bösen Geistern ziemlich gruseln und hinter den Rücken ihrer Väter verstecken.

Video ansehen (in bescheidener Qualität).

Verfasst von Frank Felix Debatin am 04.05.05 um 10:12 in Bali, Indonesien, Menschen, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

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