Asien im Frühling

Bei den Reptilien

"Big Four" werden die vier gefährlichen Giftschlangen genannt, auf die der Großteil der 20-50.000 jährlichen Todesfälle durch Schlangenbisse in Indien zurückgehen: die Kettenviper, die Sandrasselotter, die Krait und die Kobra. Nach dem 1972 die Schlangenjagd durch ein neues Tierschutzgesetz verboten wurde, standen viele der Jäger vor dem Ruin.

Eine neue Perspektive bekamen sie durch die Mitwirkung bei der Produktion von Gegengiften: sie fangen Schlangen, liefern sie gegen eine Prämie in einer Schlangenfarm ab, wo die Schlangen "gemolken" (also ihr Gift abgenommen bekommen) und anschließend wieder im Wald ausgesetzt werden. Das folgende Bild ist aus einer großen Schlangenfarm 40 km südlich von Chennai (Madras). Jeder Topf enthält eine Schlange, auf dem Tisch räkeln sich eine Viper und eine Kobra.

Snakefarm

Das gewonne Gift wird in kleinen Mengen Pferden oder Schafen injiziert, die Antikörper produzieren. Diese Antikörper werden in einem aufwendigen Prozeß aus ihrem Blut extrahiert und als Gegengift den lokalen Krankenhäusern und Ärzten zur Verfügung gestellt. Bei einem Kobrabiß sollte die Behandlung mit Gegengift spätens nach 4 Stunden, bei der Viper spätestens nach einer Stunde erfolgen.

Neben der hiesigen Schlangenfarm ist eine große Krokodilzucht angesiedelt, die viele der in Indien vom Aussterben bedrohten Krokodilarten beherbergt.

Crocodiles

Sehen sie auch noch so unsympathisch aus, man soll sie nicht mit Steinen bewerfen!

Crocodiles2

Stattdessen darf man ihre Babys auf den Arm nehmen.

Felixbabycroc

Verfasst von Frank Felix Debatin am 18.07.07 um 18:36 in Indien, Natur, Tamil Nadu | Permalink | TrackBack (0)

Botanik

Abgelegen in den Bergen und Regenwäldern von Xishuangbanna, nahe der burmesischen und laotischen Grenze, liegt ein abgeschiedener, 860 Hektar großer botanischer Garten, der 1959 von einem berühmten chinesischen Botanikprofessor gegründet wurde. Hier sollen 500 verschiedene Arten von Mangobäumen wachsen und 200 verschiedene Ingwersorten.

Botanic1

Der Professor hat im hiesigen Dschungel den seit 1500 Jahren in China als ausgestorben geltenden Drachenblutbaum entdeckt und kultiviert. Er ist mit dem Kautschukbaum verwandt, und ritzt man ihn an, tritt ein rote Flüssigkeit heraus, die zu medizinischen Zwecken verwendet wird:

Botanic2

Viele spektakuläre Pflanzen gibt es in dem Garten zu sehen. Eine Blume, die je nach Tageszeit ihre Farbe wechselt, eine Frucht, die ihren Geschmack ändern kann (von süß nach sauer und zurück), das "Tanzende Gras", das sich bewegt, wenn man ihm vorsingt, und viele Merkwürdigkeiten mehr.

Diese ca. 20cm lange Blüte erinnert an einen bunten Magen:

Botanicbrain_2

Sie faltet sich irgendwann auf, und sieht dann aus wie ein zum Trocknen aufgehängter Waschlappen.

Die folgende Palme hat ganz unterschiedliche männliche und weibliche Exemplare. Das linke ist tatsächlich das Männchen, und das lange dünne das Weibchen.

Botanicpalme

Verfasst von Frank Felix Debatin am 07.04.07 um 05:20 in China, Natur, Parks, Xishuangbanna, Yunnan | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Auf dem Tonlé Sap

Der Tonlé Sap ist ein riesiger See, der Kambodscha beherrscht. In der Trockenzeit bis April mißt er etwa 2.500 Quadratkilometer (=Saarland), und über einen Fluß strömt sein Wasser in den Mekong. In der Regenzeit kehrt sich die Strömungsrichtung des Flusses um, und das Wasser des Mekongs fließt in den Tonlé Sap, der sich dann bis auf 20.000 Quadratkilometer (=Rheinland Pfalz) ausdehnt und drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Kambodschas überdeckt.

Obwohl die Anwohner des Sees ihre Häuser auf Stelzen bauen, müssen sie während der Regenzeit in die Berge umziehen. Ihr Haus nehmen sie dann einfach mit.

Tonlesaphouse

Mit dem Boot auf einem der Zubringerflüsse zum See. Ein Junge befreit das Ruder vom Tang.

Tonlesapboatboy

Das Wasser des Sees ist mit Lehm gesättigt und eines der fischreichsten der Welt.

Tonlesapchannel

Es gibt auch Krokodilfarmen.

Tonlesapcrocos

Statt regelmäßig umzuziehen, kann man gleich ganz auf dem See leben. Hier existieren ganze Städte, die "Floating Villages". Ein Familienboot:

Tonlesapfloatinghouse

Auf dem Wasser gibt es Schulen, Märkte, Polizeistationen, Billardsalons, Souvenirshops, einfache und luxuriöse Restaurants:

Tonlesaprestaurant1

und auch die Wahlpropaganda ist wieder unterwegs.

Tonlesappartyboat

Eine Besuchergruppe wohlhabender älterer Kambodschaner (vermutlich aus dem Ausland) wedelt mit zentimeterdicken Geldscheinbündeln und verteilt voll Freude das Geld an bettelnde Kinder.

Tonlesapchildren

Verfasst von Frank Felix Debatin am 31.03.07 um 05:06 in Kambodscha, Menschen, Natur | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Dschunken

Die Bucht von Hạ Long mit ihren unzähligen, markant geformten Kalksteininseln ist Vietnams berühmtestes Touristenziel. Man kennt sie aus James Bond und anderen Filmen. Hier wurde die mongolische Flotte 1288 von den Vietnamesen vernichtet, indem sie mit Stahlspitzen versehene Stangen in den Grund eines seichten Fluß rammten, bei Flut die feindlichen Boote in diesen Fluß lockten und dann die Ebbe abwarteten. Im Vietnamkrieg wurden die Inseln und die darauf befindlichen Höhlen als Lager und Verstecke genutzt.

Heute morgen ist es - wie jeden Tag - diesig und feucht. Der kleine Vergnügungspark an der Uferpromenade ist noch geschlossen. Abends strömen hier chinesische Touristen entlang. Die Dschunken werden startklar gemacht.

Halongjunk1

Fahrt durch die Bucht, einsamer Blick vom "Sonnendeck". Ob hier überhaupt jemals die Sonne scheint, bleibt zweifelhaft, denn die Vietnamesen weichen auf Nachfrage nur aus.

Halong3

Die Dschunken liegen am nächtlichen Ankerplatz wie fette Wasserwanzen im Gartenteich.

Halongnight

Der Morgen darauf: Gruseln erlaubt.

Halongfog

 

Verfasst von Frank Felix Debatin am 26.03.07 um 04:40 in Natur, Sehenswürdigkeiten, Vietnam | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Lotterleben

Bevor ich morgen einen spannenden Bericht über die geheimnisvollen Zeremonien und Rituale auf Bali liefere, gibt es heute ein paar Bilder vom Leben am Pool ...

... mit meinem neuen Hausfreund ...

... am Strand ...

... Entspannung total.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 03.05.05 um 18:36 in Bali, Indonesien, Natur | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Die Straße von Malakka

Singapur ist eine Insel direkt an der Südspitze der malayischen Halbinsel, geostrategisch günstig gelegen an der engen Straße von Malakka zwischen Malaysia und Sumatra, dem alten und neuen Schiffsweg zwischen China und Indien.

Hunderte Schiffe passieren hier täglich, und das seit vielen Jahrhunderten. Piraten treiben ihr Unwesen in der Straße von Malakka bis heute. Die meisten Schiffe machen Stop im großen Hafen von Singapur.

Das moderne Singapur wurde vom berühmten Sir Thomas Raffles im Jahre 1819 begründet. Britische Verwaltung, viktorianische Moralvorstellungen und der traditionelle Konfuzianismus der zahllosen chinesischen Immigranten der folgenden Jahre bilden die Wurzeln des Konservatismus und der Effizienz der Singapurianer.

Anfänglich war die Insel reichlich unwohnlich, bedeckt mit Dschungel und Sümpfen und geplagt von Pest und Cholera. Der Dschungel wurde gerodet, die Sümpfe trockengelegt und die außergewöhnlich großen Ratten ausgerottet. Noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts fielen jährlich bis zu 300 Menschen den ansässigen Tigern zu Opfer,  bis der letzte Tiger 1904 erlegt wurde.

Auf der kleinen Insel Sentosa vor Singapur, auf der die obigen Fotos entstanden sind, gibt es ein Insektenmuseum, daß einige sehr schöne ...

... und einige besonders unappetitliche Ureinwohner dieser Gegend beherbergt:

Dieser etwa ein Meter lange Gecko wohnt direkt am Kanal neben meinem Hotel.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 27.04.05 um 11:36 in Geschichte, Natur, Sehenswürdigkeiten, Singapur | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Shilin - der Steinwald

Der Stone Forest ist Yunnans bekannteste Touristenattraktion. Hier wachsen steile Felsen wie Pilze aus dem Boden.

In die Felsen wurden schmale Treppen gehauen.

Eine Yi-Frau verschwindet in einer Felsspalte.

Die in dieser Gegend ansässigen Yi sind mit sechs Millionen Menschen eine der größten nicht-chinesischen Volksgruppen in China. Sie haben eine eigene Sprache und Schrift. Ihre bunten Kostüme, flotten Volkstänze und ihre obskure Musik mit schrillen Flöten und drei-saitigen Bassgitarren sind dem Tourismus förderlich.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 23.04.05 um 14:32 in China, Minderheiten, Natur, Sehenswürdigkeiten, Yunnan | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Fahrt nach Lijiang

Mit einem kleinen Bus geht es heute von Dali nach Lijiang. Etwa 4 Stunden Fahrt, durch Berge, entlang an Seen,

kleinen Dörfern ...

und großen Dörfern.

Hier wohnen Angehörige der Bai und der Yi. In Kunming habe ich eine wunderbare Tanzaufführung der Yi gesehen, mit Trommeln und Gesang, wobei es auf anzügliche Weise über die Frühlingsgefühle zwischen jungen Männnern und Frauen ging.

Unternimmt man eine Reise auf eigene Faust, sind Peinlichkeiten unvermeidlich. Angekommen in Lijiang, nehme ich am Busbahnhof ein Taxi zu meinem Hotel mitten in der Altstadt. Der Taxifahrer windet sich zu meiner Verwunderung lange, bis er endlich losfährt. Nach ein paar hundert Meter Fahrt ist schon Schluß, denn in der gesamten Altstadt fahren keine Autos, weil die engen Gassen zu schmal für Autos sind! Der Taxifahrer schultert mein Gepäck, und wir laufen den größten Teil des Wegs zum Hotel. Und die Altstadt ist keineswegs klein, wie der Blick auf die Altstadt vom Löwenberg beweist:

Verfasst von Frank Felix Debatin am 17.04.05 um 11:52 in China, Lijiang, Minderheiten, Natur, Yunnan | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Longqing-Schlucht und Große Mauer

Die Longqing-Schlucht (sprich "lung-tching") ist ein grandioser Naturerlebnispark in den Bergen jenseits der großen Mauer. Mein Buch spricht von "Attraktionen nach asiatischem Geschmack": ich mochte sie dennoch sehr, besonders eine kilometerlange Rutschbahn, die jede denkbare deutsche Sicherheitsvorschrift verletzte.Wir machen uns mit einer koreanischen und mit einer Reisegruppe aus der inneren Mongolei bekannt. Die mongolischen Damen, hier zwei von ihnen mit dem Autor dieser Zeilen:

sind völlig verzückt, nachdem sie meinen Reisegefährten Gerald aus Kanada - hier ein Bild von ihm auf der Mauer, leider sieht man nicht seinen langen Zopf:

um ein gemeinsames Foto gebeten haben, und er sie fürs Foto auf die Wange schmatzt... nun steht die ganze Horde (zwanzig oder mehr) schnatternd und gackernd Schlange, um mit ihm einzeln abgelichtet zu werden, und jede will einen Kuß. Sehnsüchtig blicken sie ihm hinterher, als ihr Boot in den See der Longqing-Schlucht ablegt:

Zu den Attraktionen zählt eine Höhle in den steilen Bergen der Schlucht, in der die Vegetation sämtlicher Provinzen Chinas nachgebildet ist. Zum Abschluß ein Eindruck davon, genau hinschauen!

Verfasst von Frank Felix Debatin am 24.10.04 um 13:51 in China, Menschen, Minderheiten, Natur, Parks, Peking, Sehenswürdigkeiten | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

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