Asien im Frühling

Mamallapuram

Sechzig Kilometer südlich der indischen Großstadt Chennai (früher Madras), am Ozean, liegt die Kleinstadt Mamallapuram, mit ihren kleinen Gäßchen...

Mamallapuram1

und Lädchen, die als Zielgruppe häufig westliche Touristinnen anpeilen.

Mamallapuram4

Mamallapuram ist ein beliebtes Ausflugsziel der streßgeplagten Großstädter aus Chennai und besitzt ein Unesco-Weltkulturerbe, den berühmten Shore Temple (mehr dazu später). Aus einem Fenster des Tempels heraus halte ich eine bewegte Rede an die Schüler der siebten Klasse einer Schule in Chennai.

Mamallapuram2

Verfasst von Frank Felix Debatin am 14.07.07 um 15:59 in Indien, Mamallapuram, Menschen, Straßen, Tamil Nadu | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Badeurlaub, indisch

Das Bad spielt eine wichtige Rolle in der indischen Kultur: in den Wasserreservoirs der Tempel  ...

Watertank

...und natürlich das rituelle Bad im Ganges. Hindus werfen im Fluß Wasser der aufgehenden Sonne entgegen.

Nur Guru Nanak wandte sich in die verkehrte Richtung, und warf das Wasser ans Land!

"Bist du ein Hindu oder ein Muslim?" fragten die erstaunten Badenden. "Ich bin ein Hindu", antwortete Guru Nanak. - "Aber wenn du ein Hindu bist, wem wirfst du dann das Wasser zu?" - "Wem werft ihr das Wasser zu?" fragte Guru Nanak. - "Unseren Vorvätern!" - "Wo sind eure Vorväter?" - "Im Himmel!". Guru Nanak warf mit kräftigen Bewegung Wasser ans Land: "Ich habe zu Haus ein großes Feld, dessen Getreide bereits verdorrt. Ich wässere mein Feld." - "Aber das nützt doch nichts auf diese Weise." - "Liebe Freunde", sagte Guru Nanak, "wenn mein Wasser das Feld nicht erreichen kann, wie könnt ihr dann glauben, daß euer Wasser den Himmel erreicht?". Die Badenden sahen sich an und sagten: "Brüder, dies ist kein gewöhnlicher Mensch. Er muß ein großer Mann sein."

Guru Nanak war der spätere Gründer der Sikh-Religion, deren Anhänger weit weg von hier im nordindischen Punjab leben. Allerdings kam Guru Nanak auf seiner zweiten großen Reise nach Sri Lanka auch durch Tamil Nadu (Land der Tamilen), dem südöstlichsten Bundesstaat, und war vielleicht hier im indischen Ozean baden.

Beach2

Die Lust am Baden ist den Indern bestimmt nicht verloren gegangen. Man zeigt dabei aber möglichst wenig nackte Haut.

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Der Ozean hat eine starke Strömung, daher ist Schwimmen sehr gefährlich. Ein Schild verweist darauf, daß in den letzten Jahren mehr als 200 Menschen an diesem Strand ertrunken sind (unter Ausklammerung des großen Tsunami des Jahres 2004, der in diesem Bundesstaat über 7000 Menschen das Leben gekostet hat).

Auch die heiligen Kühe nehmen am Strandleben teil. Sie sitzen zwischen den Fischerbooten, die nach dem Tsunami von der Caritas gestiftet wurden und die Aufschrift "Catholic Relief Services" tragen.

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Verfasst von Frank Felix Debatin am 13.07.07 um 13:27 in Indien, Menschen, Tamil Nadu, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Durch Guangzhou

Von den Kantonesen heißt es: Außer Möbeln essen sie alles, was vier Beine hat. Außer Flugzeugen essen sie alles, was fliegt. Und frisch muß es sein. Bei vielen Restaurants wählt man nicht von der Speisekarte, sondern direkt aus den am Eingang aufgebauten Kübeln und Eimern mit lebendem Getier. Der Qingping-Markt, direkt am Festlandufer gegenüber der Insel Shamian, ist traditionell der Einkaufsort für diese Delikatessen.

Qingping01

Er galt bis vor kurzem als der blutigste Markt der Welt. Nachdem er als Ursprungsort der tödlichen Lungenkrankheit SARS identifiziert wurde (deren Virus von Fledermäusen stammt und über die hier verkauften Zibetkatzen auf den Menschen übertragen wurden), erließen die chinesischen Gesundheitsbehörden massive Beschränkungen für den Verkauf und die Schlachtung von Wildtieren. Heute geht es in den vielen engen Gassen des Marktes fast gesittet zu.

Qingping02

Das Wetter in Kanton ist regnerisch ...

Canton6

... auf meinem Weg durch die alten Sträßchen ...

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... und Fußgängerzonen ...

Canton3

... in die moderne Stadt. Diese liegt weiter im Osten und zeigt das bekannte Antlitz aller chinesischen Großstädte: glitzernde Büropaläste, Baustelle um Baustelle, westliche Fast-Food-Ketten. Gegen McDonalds wurde gerade - stellvertretend für hunderte anderer in- und ausländischer Firmen - ein Verfahren wegen Verletzung des Mindestlohns eröffnet. Dieser beträgt hier 7,5 Yuan = 0,75 Euro in der Stunde. Bei der Bewertung ist die um ein vielfaches höhere Kaufkraft zu berücksichtigen. Ein U-Bahn-Ticket kostet 3 Yuan und DVD-Player gibt es ab 130 Yuan. Nur Wohnungen sind teuer und die Quadratmeterpreise mit denen in deutschen Großstädte vergleichbar.

Seit 1. Januar diesen Jahres ist die Benutzung von Mopeds und Motorrädern in Guangzhou verboten. Die Anzahl von Verkehrsunfällen soll dadurch deutlich zurückgegangen sein.

Heute geht es zurück nach Europa. Tschüß und vielen Dank fürs Lesen!

Verfasst von Frank Felix Debatin am 12.04.07 um 09:26 in China, Essen, Guangzhou, Kanton, Märkte | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Die Insel Shamian

Vor Guangzhou, im Perlfluß, liegt die kleine, von europäischen Kaufleuten im Kolonialstil bebaute Insel Shamian. Sie hat in ihrer Längsrichtung gerade einmal drei, von schönen alten Bäumen gesäumte Straßen.

Shamian1

Ursprünglich mußten sich die Europäer auf der Insel niederlassen, da sie das chinesische Festland nicht betreten durften. Sie erwarben hier Seide, Porzellan, Tee und andere Waren von den kantonesischen Händlern. Das einzige Produkt, das sie erfolgreich nach China absetzten, war Opium. Nachdem China den Opiumhandel verbot (nicht aus Sorge um die Gesundheit seiner Bürger, sondern mit Blick auf seine Staatsfinanzen und Handelsbilanz), kam es 1839 zum Krieg mit England - dem Opiumkrieg, den England gewann.

Unter den umgekehrten Machtverhältnissen war es den Chinesen jetzt verboten, die Insel zu betreten, die hauptsächlich von Engländern - hier die englische Kirche auf der Westhälfte ...

Shamianbritish

... und Franzosen bewohnt wurde - die französische Kirche auf der Osthälfte:

Shamianfrench

Vier Brücken verbinden Shamian mit dem Festland. Das Bild zeigt zwei dieser Brücken (links und rechts) bei Nacht.

Shamiannightbridge

Die Gebäude sind teilweise restauriert. Links die ehemalige britische Botschaft, rechts eine Privatresidenz.

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Heute gibt es Hotels, Restaurants, Schulen und eine außerordentliche exotische Erscheinung: dicke amerikanische Ehepaare, die ihre frisch adoptierten chinesischen Waisenkinder im Kinderwagen herumkutschieren und für sie in einem der darauf spezialisierten Läden einkaufen.

Shamianorphanshop

Das scheint hier schon länger Brauch zu sein, denn der reichlich merkwürdige Anblick wurde bereits in Bronze verewigt.

Shamianbronze

Tatsächlich schmeichelt das Kunstwerk, denn die meisten der Amerikanerinnen sind noch weitaus dicker.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 11.04.07 um 18:02 in China, Geschichte, Guangzhou, Kanton, Sehenswürdigkeiten | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Buddhisten und Daoisten

Im Jahr 520 traf der streitbare Begründer des Zen-Buddhismus, Bodhidharma, aus Indien ein und ließ sich in Kanton nieder, um seine Lehre in China zu verbreiten.

Bodhidharma

Es wird vermutet, daß er indische Kampfkünste nach China brachte, aus denen das Kungfu entstand. Die indischen Kampfkünste ihrerseits hatten Wurzeln im altgriechischen, olympischen Kickboxen Pankration, welches Alexander der Große seinen indischen Söldnern beibrachte. Abbildungen auf alten griechischen Vasen zeigen eine große Ähnlichkeit zum Kungfu, das später auch nach Japan gelangte und dort die Grundlage des Karate bildete.

Hier leben die buddhistischen Möche heute im "Tempel der sechs Banyanbäume" (liurong si):

Cantontempledetail2

Buddhismus und Daoismus koexistierten in China und kopierten sich im Wettbewerb um die Gunst des Volkes und der Würdenträger gegenseitig in den Ritualen und der Tempelausschmückung. Die Kampfkunst der buddhistischen Mönche wurde von daoistischen München mit ihrer alten Heilgymnastik Qigong zu dem heute populären Taiji fusioniert.

Eine daoistische Zeremonie im "Tempel der drei Reinheiten" (sanyuan gong), der schon einige Jahrhunderte in Kanton stand, als Bodhidharma eintraf:

Verfasst von Frank Felix Debatin am 11.04.07 um 17:04 in China, Guangzhou, Kanton, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Archäologie

Guangzhou, die Hauptstadt der südchinesischen Provinz Guangdong (so die heutigen Schreibweisen in der Mandarin-Umschrift pinyin, das zh wird als leicht stimmhaftes "dsch" gesprochen), im Westen bekannt als Kanton und Heimat der Kantonesen, ist das jahrtausende alte Tor Chinas zum Westen. Es liegt an der Mündung des Perlflusses, gleich in der Nähe von Macau (rechts des Perlflussdeltas) und Hongkong (links). Mit Schiffen wie diesem wurde bereits vor zweitausend Jahren ein reger Handel mit Indien und Persien betrieben.

Cantonship2

Selbst Kaufleute aus dem alten Rom besuchten den hiesigen Markt. Diese zwei Händler kamen aus dem heutigen Tadschikistan in Zentralasien nach Kanton:

Cantonsodgian

Nach dem raschen Zusammenbruch der Dynastie des ersten Kaisers von China Qin Shi Huangdi war Kanton die reiche Hauptstadt des unabhängigen Kaiserreichs von Nanyue. In der Blumenpagode, die seit dem 3. Jahrhundert über Kanton aufragt, finden sich Souvenirs, die der Onkel des ersten Kaisers von Nanyue von einer Pilgerreise nach Indien mitgebracht hatte.

Cantontower

Das reich geschmückte Grab des zweiten Kaisers von Nanyue wurde in den 80er Jahren entdeckt. Er wurde in einer Rüstung aus Jade beigesetzt. Die unzähligen Jadescheiben wurden mit roter Seide verbunden.

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Es ist kaum vorstellbar, mit welcher Mühe die Archäologen die abertausend Einzelteile, die im Grab gefunden wurden, zusammengesetzt haben. Seit den 90er Jahren laufen die Ausgrabungen der Palastanlagen Kantons, mitten in der Stadt. Auch hier wurden bereits Unmengen von Scherben archiviert, die ihrer Zusammensetzung harren.

Cantonscherben

Verfasst von Frank Felix Debatin am 11.04.07 um 15:54 in China, Geschichte, Guangzhou, Kanton | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Feuerlöscher einst und heute

Seit mehr als 2000 Jahren ist Kanton das Tor Chinas zum Ausland. Neuerungen aus dem Westen werden hier erprobt, wie zum Beispiel der erste Feuerlöscher Chinas (1919), nach deutschem Modell.

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Ein Laden für moderne Feuerlöscher in Jinghong (Yunnan). In den heutigen ländlichen Kleinstädten Chinas reiht sich Garage an Garage, und jede Garage beherbergt eine Garküche, eine Werkstatt oder einen Laden.

Feuerloescher2

Verfasst von Frank Felix Debatin am 10.04.07 um 18:10 in China, Guangzhou, Kanton, Xishuangbanna, Yunnan | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Hochzeit auf Kantonesisch

Hochzeiten in China verbinden alte chinesische Tradition mit westlichen Bräuchen. Die geschmückte Wagenkolonne fährt die Hochzeitsgesellschaft zum feierlichen Bankett:

Hochzeit1

Jeder Gast wird dort vom Brautpaar begrüßt und überreicht ein Geschenk, meistens ein kleiner roter Umschlag mit Geld. Dann heißt es Essen und Feiern. Außerdem müssen natürlich Fotos gemacht werden.

Hochzeit2

Auch wenn es so aussieht: der Bräutigam wurde nicht angekettet.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 09.04.07 um 13:25 in China, Guangzhou, Kanton, Menschen, Tradition | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Stadtumbau

Das letzte Haus des ehemaligen Muslimviertels in Kunming wird abgerissen.

Ein Blick über das große Gelände ...

... wo ununterbrochen gebaggert und gebuddelt wird, auch nachts, ohne Beleuchtung, im Dunkeln. So soll es künftig hier aussehen:

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Verfasst von Frank Felix Debatin am 09.04.07 um 13:13 in China, Kunming, Straßen, Videos, Yunnan | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Xishuangbanna in bewegten Bildern

Hier noch ein paar Videos (in gewohnt miserabler Qualität) als Nachtrag zu den Einträgen über Xishuangbanna.

Chinesen lernen den Bambus-Stampf-Tanz der Hani-Minderheit...

... und singen mit Mädchen des Stamms, der noch vor zwei Generationen in den Bäumen lebte.

Eine Tanz-Aufführung des gleichen Stammes (Authentizität ist nicht belegt).

Aus dem tropischen botanischen Garten von Menglun: der Versuch, das "Tanzende Gras" zum Tanzen zum bringen:

Es bewegt sich tatsächlich, was man auf diesen Bildern aber nicht erkennen kann.

Verfasst von Frank Felix Debatin am 08.04.07 um 03:35 in China, Minderheiten, Videos, Xishuangbanna, Yunnan | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

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