"Aus strategischen Gründen" beendet Obi seine Teilnahme im Payback-Partnerprogramm, um sich stattdessen auf ein "ausgezeichnetes Preisleistungsverhältnis" zu fokussieren.
Das Handelsblatt schreibt dazu:
Überraschend kommt der Rückzug von Obi nicht. Schon vor Weihnachten hatte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub gegenüber dem Handelsblatt die hohen Kosten von Payback moniert. Haub muss es wissen: Mit den Supermarktketten Tengelmann und Kaiser’s ist er gleichzeitig Kunde des Payback-Rivalen Happy Digits [...]
In der eigenen Pressemitteilung tritt Obi nach:
Auf attraktive Vorteile muss der Kunde zukünftig nicht erst warten, bis eine Einlöseschwelle erreicht wurde. Diese werden zukünftig noch stärker und direkt bei jedem Einkauf an der Kasse im OBI Markt spürbar.
Das Handelsblatt spricht von einem Umsatzausfall von „rund fünf Prozent“ - ein harter Rückschlag für Payback nach den jüngsten Erfolgen. Im letzten Jahr erst hatte Payback mit Aral und Vodafone neue Partner gewonnen. Aral hat die Zusammenarbeit zwischenzeitlich als außerordentlich erfolgreich gelobt.
Wie geht das zusammen? Payback hat sich von einem Kundenbindungs- zur einem Verkaufsförderungsinstrument transformiert. Auf der Payback-Website gehen die offiziellen Partner in der Affiliate-Werbung für die Onlineshops von Amazon, Otto, Tchibo & Co. unter. Im Payback-Modell zählt nur die Loyalität zu Payback, und nicht die Loyalität zu den angeschlossenen Partnern.
Trotzdem kann Payback als nützliches Marketing-Instrument eingesetzt werden, wie das Beispiel Aral zeigt. Man darf aber keine falsche Erwartungen daran knüpfen: RWE hatte sich seinerzeit Payback angeschlossen, um "das Produkt Strom zu emotionalisieren" (Quelle: Studie von Roland Berger zu Kundenbindung, 2003), und sich mit dieser Zielsetzung reichlich blamiert.
Um Emotionalisierung und Bindung des Kunden zur eigenen Marke erreichen, muß man zu geeigneteren Mitteln greifen. Dazu zählen Bonusprogramme, Kundenclubs und Communities, die auf die eigene Marke ausgerichtet sind, oder auch themenorientierte Multipartnerprogramme, bei denen marken- oder zielgruppenkompatible Partner gegenseitig profitieren. Beispiele dafür in diesem Blog!





