Mit seinem bahnbrechenden Artikel "The Market for Lemons" legte George Akerlof in den Siebziger Jahren die Basis für die ökonomische Theorie der asymmetrischen Information (und bekam dafür 2001 den Wirtschaftsnobelpreis). Worum geht es? Als "Lemons" werden in den USA Gebrauchtwagen fragwürdiger Qualität bezeichnet. Der Verkäufer weiß über die wahre Qualität des "Lemon" mehr als der Käufer: es liegt eine "asymmetrische Verteilung der Information" vor.
Bei Online Shops findet sich eine ähnliche Situation. Es herrscht zwar große Preistransparenz (insbesondere durch die Preisvergleichsportale, engl. comparison shopping engines), aber über die Qualität der Dienstleistung (Bezahlung, Fullfilment, Lieferdauer, Sicherheit, Gewährleistung) herrscht beim Käufer weitgehende Unklarheit.
Nicht nur Online Shops weisen diese Charakteristik auf, sondern grundsätzlich sind Dienstleistungen stark betroffen. Die Theorie der asymmetrischen Information sagt - bei Abwesenheit entgegensteuernder Maßnahmen - einen anhaltenden Verfall von Qualität und Preis in dem betroffenen Markt hervor. Dies liegt daran, daß die Käufer bei unsicherer Qualität weniger zu zahlen bereit sind, und sich daher die Qualitätsanbieter angesichts fehlender Marge vom Markt zurückziehen müssen.
Wie können entgegensteuernde Maßnahmen aussehen? Die Theorie schlägt "Signaling" vor, wie etwa die Zertifizierung durch Dritte (z.B. als Trusted Shop). Dies funktioniert nur eingeschränkt. Die Gewährleistung von Mobiltelefon wird derzeit häufig unter Hinweis auf angebliche Korrosionsschäden verweigert, und da hilft auch die Zertifizierung des Shops nichts.
Durch ein offensiv beworbenes Kundenbindungsprogramm hingegen kann der Anbieter seinem potentiellen Kunden signalisieren, daß er auf den zufriedenen und wiederkehrenden Kunden setzt und ihn nicht nur einmalig abschöpfen will. Ein gutes Beispiel ist der Online Shop des Bürotechnikhersteller Pitney Bowes. Dem Besucher wird dort klar kommuniziert, daß der Anbieter in die Kundenbindung investiert, was sofort Vertrauen schafft.
Wie kann man bestehende Websites und Onlineshops schnell und effektiv um leistungsfähige Kundenbindungsprogramme erweitern? Als Basistechnologie eignen sich Widgets. Dazu demnächst mehr hier und bei Reezom.