Im Zuge des angekündigten Börsengangs möchte OpenBC ein eher ungewöhnliches Kundenbindungsinstrument nutzen: die Beteiligung des Kunden am Unternehmenserfolg.
Die OPEN Business Club AG plant, im Rahmen des beabsichtigten Börsengangs Aktien an bestimmte Mitglieder bevorrechtigt zuzuteilen. Dazu werden zahlende Premium-Mitglieder, Moderatoren und besonders engagierte Mitglieder [...] sowie Mitglieder der „ersten Stunde“ zählen [...]
Der Charme dieses Instruments, im folgenden als "Kundeneinlage" bezeichnet, liegt auf der Hand. Die moderne Form der Ausgabe von Aktien oder Genußscheinen bewirkt eine intensive Bindung des Kunden. Der Kunde ist selbst am Unternehmenserfolg interessiert und macht sich die Perspektive des Unternehmens zu eigen. Die Gefahr bei der Beteiligung über Aktien liegt darin, daß der Kurs in den Keller geht oder die Dividende mager ausfällt, und die Kundenbeziehung dadurch beeinträchtigt wird.
Die Alternative Genußschein vermeidet dies. Der Genußschein ist typischerweise festverzinslich, aber nachrangig gegenüber anderen Gläubigerforderungen und im Gegensatz zu Stammaktien nicht stimmberechtigt. Aus letzterem Grund ist er bei Familienunternehmen beliebt.
Einige Beispiele für Kundeneinlagen aus der jüngeren Vergangenheit:
- Der Hamburger Edel-Küchenausstatter Cucinaria hat Genußscheine im Volumen von €100.000,- angeboten, mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einer Dividende von 8% (siehe PDF). Wieviele davon gezeichnet wurden, ist nicht bekannt.
- Der Trüffelzins: Die Confiserie Burg Lauenstein bietet Genußscheine mit einer Laufzeit von drei Jahren, verzinst mit 8,5% in Trüffeln, alternativ 4,5% in bar. Auch das Weingut Kuntz und die AUSTFashion bieten Genußscheine mit Naturalien-Zins (Überblick und weiterführende Links bei Plusminus).
- Der Berliner Nachtclub Goya hat sich 2004 und 2005 über die Ausgabe von Aktien an Privatpersonen und Promis finanziert. Ein Stammaktienpaket gab es ab ca. €2000, wofür der Aktionär auch freien Eintritt für sich und zwei Gäste bekam. Das Projekt ist zwischenzeitlich gescheitert.
Eine traditionelle Form der Kundeneinlage ist das Kneipen-Sparschwein:
Es hat das Ziel, die große, gemeinsame Jahresend-Sause zu finanzieren.


